Auf Reisen

Es war mitten in der Nacht. Ich hörte die Stimme meiner Eltern. „Nimmst du noch die Tasche, die im Flur steht?“ sagte mein Vater leise zu meiner Mutter. Ich lag schlaftrunken in ihrem Arm. Sie nickte und ging gleichzeitig langsam in die Hocke um die Tasche zu greifen. Wenn ich so daran denke, rieche ich immer noch ihren Duft von damals. Es klickte, es raschelte ,während wir ins Auto stiegen, also meine Mutter setzte mich ins Auto, da ich im Halbschlaf war. Ich hörte noch die allerersten Vögel zwitschern, mehr weiß ich von der Autofahrt nicht mehr.

Benjamin, so hieß unser Auto

Das Auto hielt. Mein Vater fuhr immer, da meine Mutter keinen Führerschein besaß. Wir machten die erste von unzähligen Pausen. Langsam kam ich zu mir, meine Mutter streichelte meine Wange. Wir stiegen aus und vertraten uns die Beine. Ich stand noch etwas neben mir, als die morgendliche Sonne mich leicht blendete. „Komm, wir Essen etwas.“ rief meine Mutter zu, als sie vor dem Kofferraum von unseres Benjamin stand und die Tasche herausholte. Ja, unser Auto hieß Benjamin, wie der gleichnamige und bei mir sehr beliebte Elefanten. Als mein Vater damals mit dem Auto ankam fragte er mich, „Kumpel, wie soll unser Auto heißen?“. Es wurde Benjamin.

Gulasch mit Nudeln

In den nächsten Stunden fuhren wir. Es kam mir wie eine Ewigkeit vor, aber als Kind hat man noch nicht das Zeitgefühl eines Erwachsenen. „Ich habe Hunger, Mama.“ sagte ich. „Ja mein Schatz, wir machen gleich eine Pause, dann mache ich uns etwas zu Essen.“ erwiderte meine Mutter. Auch mein Vater sah hungrig aus, schließlich fuhr er ja schon seit Stunden mit uns. Mal ging es über die Autobahn, dann fuhren wir durch eine sehr lange Allee, durch kleine Dörfer und dann wieder über die Autobahn. „Dahinten kommt ein Rastplatz, da machen wir Pause.“ sagte mein Vater. Eine kleine Überdachte Hütte fanden wir auf dem Rastplatz, perfekt um uns zu stärken. In Windes Eile war der Tisch einfach, aber mit allem was wir brauchten gedeckt. Der Duft von Essen lag in der Luft und erfüllte uns drei mit Freude. Es gab Gulasch mit Nudeln, vorgekocht von meiner Mutter, denn wir hatten einen kleinen Gaskocher dabei. Nachdem wir alle satt waren, fuhren wir weiter.

Mise en Place, ist alles

Die Straßen wurden kurviger, mehr große Bäume waren am Straßenrand zu sehen, so hoch, dass man nicht mal die Baumkronen sah. Ich fragte mich währenddessen immer und immer wieder, wie meine Mutter das Essen für uns zubereitet hat. „Mama, wie geht das mit dem Gulasch?“ fragte ich sie während sie in einer Zeitung blätterte. Sie hielt kurz inne, lächelte und fing an mir davon zu erzählen. Ich hörte ihr gespannt zu mit welcher Leichtigkeit und Präzision sie mir jeden Schritt erklärte. „Und weißt du, was am wichtigsten ist bei all dem, was ich dir gerade erzählt habe, mein Schatz?“, ich schüttelte den Kopf „Mise en Place, ist alles. Wenn du das hast, musst du nicht neu abschmecken.“…